AIDAdiva 2016

 

Unsere erste Kreuzfahrt.

Viel Vorbereitung haben wir uns nicht eingeräumt. Es war eher so, probieren und entdecken. Wir suchten also eine kurze Reise in einem manchmal schwierigen Gewässer und doch nicht gänzlich unbekannt. Die Ostsee war daher schnell gewählt eine Tour von 4 Tage auch sofort gefunden. Die AIDA kennen wir dem Namen nach schon seit 20 Jahren und wissen auch, dass es eher einfach, eher wie ein Massentourismus Mittelklasse Hotel daher kommt. Nicht ganz wie ein Club Med aber ähnlich. Egal wir buchten also einen Ausflug in die Ostsee von Warnemünde/Rostock via Oslo nach Kopenhagen und zurück.

Im Vorfeld beobachtete ich das Wetter und die Frühlingsstürme und dachte aiaiai das wird lustig, mal die warmen Kleider mitnehmen, aber auch Badehose, es könnte ja auf See dennoch wärmer werden, wenn die Sonne scheint. Die Reiseunterlagen haben sich als hochwertig angekündigt. Auch die Email dazu versuchte in der Wortwahl zumindest in die Richtung eines uns wohlgekannten 4 Sterne Superior Hotels zu kommen. Also waren wir beide gespannt auf die hochwertigen Reiseunterlagen. Viel neues war jedoch nicht zu finden in den Unterlagen, das eine Video auf der DVD, welches dann durch 15 Varianten aufgeteilt wurde, war auch schneller langweilig als informativ. Alles nicht weiter schlimm, einfach probieren und entdecken. Die Webseite und die Vorbereitungen dafür waren etwas unübersichtlich. Auf jeden Reisenden konnten einzelne Optionen dazu gebucht werden. Etwa eine Aktivität in Oslo, oder auf dem Schiff. Vielleicht eine Tischreservation und Internet. Etwas verwundert war ich, dass wir Internet für die Kabine erhalten, jeder aber einen eigenen PIN für das Netz bekam. Immer wieder war die Rede von Internetzugang für die Kabine. Gut also packte ich ein 100€ 3GB Paket als Option dazu. 3GB reichen ja üblicherweise sehr sehr weit, sofern es ein langsamer Zugang ist, bei einem Mobil 4G oder 1GBit/s Leitung können 3GB schon eher schnell aufgebraucht sein.  Interessant auch, wie viele meinen das WiFi schnelles Internet sei, doch wenn ich dann die Datenrate von 5KBit/s auf meinem Compi sehe muss ich etwas schmunzeln, dass soll schnell sein, aber egal. An Bord musste ich merken, dass dieses Paket für eine Person war, nichts von wegen Kabine und nur 2 Geräte haben Zugang zu diesem Paket. Es ist also nicht auf Kabine sondern auf Person, wie alle Optionen. Gut wissen wir das nun auch fürs nächste Mal. Schnell ist anders. Ich war froh, hatte ich im Vorfeld mein Mobile bei Salt auf Europe plus umgestellt, so hatte ich auf dem Mobile etwas Internet. Um Deutschland herum, war es etwas schwierig, doch kaum waren wir auf Höhe von Dänemark und später auf See meldeten sich die Telenor Marina und Telia Marina Netze bei meinem Telefon an. Herrlich 4G über Satellit auf See. So soll es sein. Ich bekam eine volle Bandbreite, während das Netz auf dem Schiff sich durch alle Teilen musste und so ein tröpfelndes nichts für alle abgeben konnte, auch wenn ich denke, dass die Infrastruktur ein gebündeltes 4G Marina Satelliten Netz nutzte. Es ist einfach lustig, dass es als schnelles WiFi Netz angepriesen wird, was auch immer sie als schnell ansehen. ich meine 15MBit/s zieht schon besser als 5KBit/s, aber eben technisches Geschwafel.

Nach der Ankunft auf dem Schiff waren schon einige Eckdaten festgelegt. Für die einen und anderen Aktivitäten und Reservationen mussten wir nochmals bestätigen gehen, das war hilfreich. Nach einem ersten Rundgang und den ersten vielen Eindrücke und alles Neu und wau hier und dort, kamen auch langsam die langen Strecken in die Beine. Stockwerke hoch und runter, lange Gänge vor und zurück. Nach und nach waren uns die Wege etwas bekannt. Die Verteilungen der einzelnen Restaurants, der Shops und die einzelnen Stockwerke waren aber schon etwas herausfordernd. In den Vorbereitungen hätte ich wohl besser diese Gemeinschaftsdecks und Stockwerke etwas genauer ansehen sollen. Auch war es schwierig, dass manchmal nicht auf zwei Seiten die Gänge verliefen. Es war manchmal schwierig ausserhalb der Essenszeiten einen Transfer von hinten nach vorne zu begehen, da musste man das richtige Stockwerk finden. Zwei grosse Speiserestaurants auf zwei Decks sind schön dekoriert gewesen, wirklich schön, aber die Masse der Sitzplätze aiaiaiai, sehr ungewohnt. Also verzogen wir uns erst lieber in die kleine Pizza Ecke die auch an Randzeiten offen hatte. Die Ecke war super. Leckere kleine Pizza Stückchen die auch mal beim vorbeigehen mit einem Biss im Mund verschwinden konnten.

Eine Stunde vor der Abfahrt, hatten wir noch die Sicherheitseinweisung und alle mussten sich auf einem Deck versammeln. Das war spannend, mal durch den Mitarbeiter Ausgang ins Treppenhaus gehen zu dürfen und dann die Treppen runter gehen zum Deck. Noch spannender war dann nach 20Min auch der Weg zurück, den wir nochmals so hoch gehen durften. Danach noch die Reservation im Steakhouse bestätigen und dort gleich erfahren, dass wir als Suiten Gäste sogar unser Frühstück dort einnehmen dürfen. So gut dachten wir, es war klein und freundlich, genau richtig für morgens für uns. Das wir nicht wirklich ein Buffet hatten wie die anderen Gäste an denen wir vorbei gehen mussten um zu unserem Restaurant zu gelangen, war natürlich etwas naja traurig. Wir bekamen 3 Teller mit einer Auswahl an Fleisch und Käse, ein paar Brötchen an den Tisch. War natürlich super für mich, ich wo das Buffet am Morgen weniger mag. Kaffee Variationen gab es auch, mehr als Tee Variationen aber der Beste Kaffee war der einfache Filterkaffee.

Das Abendessen Buffet war wirklich spannend, doch bei einigen Dinge dachte ich echt, warum wählt ihr so was für eine so grosse Massenzubereitung. Dünne Rindssaftplätzchen, ich meine schon im Militär merkte ich, dass die Zubereitung nicht leicht ist für so viele, damit die feinen Plätzchen nicht zäh werden. Sie waren etwas zäh wie erwartet, macht nichts das Besteck war gut. Etwas Deutsches Buffet, mehr so Fleisch und Kartoffeln und kaum Gemüse und kein Salat. Also von dem her gesehen passte die Auswahl zur Masse. Aber lecker wie verrückt war alles. Gut bei einigen Wok konnte ich nicht zugreifen, weil ich weder Chilli noch Curry geniessen kann. Im Steakhouse waren wir dann zwei Abende essen, dass war auch super. Deutsches Tatar war zwar hier auf dem Schiff leckerer als auf dem Festland, aber kein Vergleich zu den Tatar die ich aus der Schweiz kenne. Die Aldente Skala teile ich in hart = Italien, leichter knack = Schweiz und schlunzig weichgekocht = Deutsch ein. Eine ähnliche Fleisch Garpunkt Einteilung kann ich nun auch machen. Medium Schweiz = Medium Roh und Medium Deutsch = Durch mit sanften rosa Fleischsäftchen. Nun da war ich froh, hatte ich nicht durch bestellt und wirklich fein war auch dieses Steak und spannend die Tomaten Relish, die mir vorkam wie eine durch Raucharoma, Gürkchen und Zwiebelwürfel aufgewertetes Ketchup. Spannend zum selber ausprobieren. Also die Küche war toll ich muss mich nur etwas an die Massen gewöhnen die anstehen zum Buffet und sich verteilen auf die Tische, aber eben mit so leckerem Essen, kann man die mürrischen Gesichter anderer Gäste schon gut ignorieren.

Irgendwie war ich froh, hatten wir die Frühlingsstürme nicht erlebt, anderseits hätte ich gerne erleben wollen, wie ich einen Wellengang aushalten kann. Das Fazit für uns alle war klar, wir müssen wieder auf ein Schiff. Jetzt hat Ina angefangen Schiffe anzusehen und wir freuen uns, dass wir auch andere Schiffe sehen, die eher unserem 4 Sterne Superior Hotel entsprechen, gut Preise sind nicht gleich, wohl müssen wir fürs Schiff einige Zusatzkosten wie Diesel, Kapitän und die unzähligen Helfer mit einrechnen. Anderseits gibt es auch schöne Balkon Kabinen die unseren Hotelzimmern entsprechen und auch sogar preislich dem Hotel gleich ziehen.

Spannend an den Kreuzfahrten sind bestimmt die Landausflüge, welche sehr gut die Highlights des Ortes aufzeigen und man auf diese Weise eine erste Abklärung vor Ort treffen kann, ob man vielleicht einen Städteausflug dahin planen sollte. Oslo kannte ich noch nicht, aber gefällt mir, die Stadt würde ich gerne einmal erkunden. Kopenhagen kannte ich schon etwas und hat natürlich auch seinen Reiz, wobei ich kenne andere Ecken von Dänemark die mich mehr begeistern.