22. April 2015

Als Geburtstagskind durfte ich heute so richtig lange ausschlafen. Um 7 Uhr machte ich mir dann einen ersten Cubaccino und lies mich von den Sonnenstrahlen auf dem Balkon wecken.

Ina freute sich, dass wir um 9 Uhr los konnten ins Dorf, damit sie ihr Sonntagsgewand bei der Post abholen konnte.
Bei der Gelegenheit haben wir gleich den Dorfmarkt besucht, da wir sonst nicht dazu kommen, doch verpasst haben wir nichts.
Ich bin zu verwöhnt vom Oerlikoner Markt am Samstag und die 6 Stände hier haben mich jetzt nicht wirklich begeistert, auch wenn sich alle grosse Mühe machten freundlich zu sein.

An einem gewöhnlichen Mittwoch auf die Terrasse im Café sitzen und ein kleines Frühstück mit Gipfeli und Pizzaküchlein, ist für einen Bürogummi wie mich etwas aussergewöhnliches.

Nach dem Abstecher in die Migros sind wir nochmals nach Hause zurück. Wieder angekommen hat mich ein Reiher begrüsst der sich die Flugshow Übungen anschauen wollte und dann doch nicht zu Nahe ran getraute.

Ina wollte eigentlich für Die Waid in Zürich reservieren, ich dachte an einem gewöhnlichen Mittwoch sei es nicht nötig. Gut einen Platz hatten wir dann halt nicht bekommen und so sind wir kurz entschlossen in das Ticino Grotto etwas höher auf den Waidberg spaziert. Der steile Anstieg haben wir zu Fuss gemeistert, da Nörby seinen Parkplatz schon bezahlt erhalten hatte und sich zwischen den dicken Schlitten ganz wohl fühlte.

Es war lecker, auch wenn ich einige Geschmacksrichtungen nicht kannte und sie für meinen Geschmack etwas aussergewöhnlich waren. Da es mal etwas anderes ist, fand ich es kurz darauf richtig gut. Limousin Rindshack zu einem Burger geformt mit Mayonnaise auf Salat zwischen einem Tomaten-Brot war fein. Als Dekoration trockene Tomatenraspel hatte ich doch bisher noch nicht erlebt. Dies führt mir immer wieder vor Augen, was das Handwerk der Köche alles für feine Raffinessen beinhalten kann und wie wenig diese Ausflüge ins ungewohnte von uns Konsumenten geschätzt wird. Ständig muss Zürigschnätzlets mit Röschti auf der Karte stehen und es muss dann auch nach genau der entsprechenden braunen Rahmsauce schmecken.

Pha… wie sagt der Alles Esser so schön: „Wenn etwas gut aussieht, essen sie es.“ Gut so abgedreht wie er, soll auch geübt sein, aber auf den Weg sollte man sich begeben. Der Sumpf der immer gleichen Geschmacksverstärker ist schon oft sehr gross. Einen grossen Teil bringen sicher auch die Lebensmittelkosten mit sich, aber ein anderer Teil sind auch die Gäste die wegbleiben, wenn ein Koch mit feinem Sinn für Geschmack einen Abstecher neben die Geschmacksverstärker macht. Warum soll der Koch bestraft werden, wenn er uns einen neuen Geschmack näher bringt und uns mal zeigt, wie etwas in Natura schmeckt.

Die Spargelcreme mit Erdbeersahne Schaum schmeckt vorzüglich, wenn dann noch in Orangenöl eingelegte grüne Pfefferkörner in der Suppe sind, war dies weder ein versehen noch etwas schlechtes. Einfach Löffel rein in den Mund und dieses Geschmackserlebnis geniessen und nach dem zweiten Löffel im Mund hört man einfach nicht mehr auf, weil es einem irgendwie ein tolles Geschmackserlebnis bietet. Klar der Eine oder Andere könnte auch von übersprudelnden Glückshormone sprechen, ich bin da etwas bescheidener bei der emotionalen Wortwahl.

Während dem Essen wurde ich vor die Wahl gestellt, ob ich in Zooh! oder an Pfäffiker See möchte. Hmm jetzt stellt euch mal mein Essen vor. Einerseits diese Geschmackserlebnisse in Nase und Gaumen und anderseits die Abwägung in den Zoo oder doch an den See. Soll ich Tiere jagen gehen oder doch nur dem See Ufer erst auf die eine Seite, dann wieder zurück spazieren?
Ich hatte mich so zwischen Mayo und Burger irgendwo für das See Ufer entschieden, weil ich irgendwie die Schneeberge heute sehen wollte und während der Jagd wäre dies wohl eher nicht möglich gewesen. Besonders weil diese Aussicht nur zwischen Masoala Halle und neuem Elefanten Gehege möglich wäre und dort mitten im Aufstieg, naja es wäre passend irgendwie, aber kein Genuss, da ist ein Bänkchen am Ufer schon angenehmer.

So haben wir also ein Plätzchen am See gefunden, mal auf die eine dann auf die andere Seite, bis die Nase von mir und der Rücken von Ina verbrannt war von der Sonne. Jetzt kühle ich hier auf der Schattenseite auf dem Balkon etwas ab, währenddessen Ina Choco-muffin backt, ich faules Ding, lasse einfach backen.